Saul Bass „Unsquare Dance“ by Dave Brubeck Google Doodle 1

Google hat mal wieder ein feines interaktives Doodle aus dem Ärmel gezaubert.  Diesmal wird der US-amerikanischer Typograf, Grafikdesigner, Fotograf und Filmemacher Saul Bass zu seinem 93. Geburtstag mit einem tollen interaktiven Doodle namens „Unsquare Dance“ by Dave Brubeck geehrt.

saul bass google doodle

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Bass studierte von 1936 bis 1939 an der Art Students League und von 1944 bis 1946 am Brooklyn College in New York, wo er eine Klasse bei dem ungarischen Maler György Kepes besuchte. Zunächst arbeitete Bass als freier Designer in New York. 1946 ging er nach Los Angeles. 1954 beauftragte ihn Otto Preminger für seinen Film Carmen Jones, die Titelsequenz zu gestalten. Es folgten 1955 Aufträge von Robert Aldrich, den Titel zu Hollywood-Story (The Big Knife) und, von Billy Wilder, den Vorspann für Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch) zu gestalten. Im selben Jahr entstand der vielbeachtete Vorspann zu Premingers Der Mann mit dem goldenen Arm, der Bass’ Renommee als Hollywoods hervorragender Titeldesigner festigte. Für Preminger gestaltete Bass sämtliche Filmtitel bis 1979 (Der menschliche Faktor, Premingers letztes Werk). Ebenfalls 1955 gründete Bass das Designstudio Saul Bass & Associates in Los Angeles, das 1981 in Bass Yager & Associates umbenannt wurde.

Saul Bass zählt zu den innovativsten Designern und Filmemachern seiner Zeit. So sind seine Plakatentwürfe und Logoentwürfe für Filme wie zum Beispiel Bonjour tristesse, Der Mann mit dem goldenen Arm oder Exodus des Regisseurs Otto Preminger wegweisend. Überdies schuf er über 40 Filmvorspänne (Motion-Design), z. B. für Alfred Hitchcocks Psycho und Vertigo.

1974 drehte er seinen einzigen eigenen Spielfilm: Phase IV handelt von einem Ameisenstaat in der Wüste von Arizona, der durch astronomische Phänomene mutiert und in der Nähe gelegene Menschensiedlungen angreift. Zwei Wissenschaftler versuchen von einem Forschungslabor aus, Kontakt zu den intelligenten Tieren aufzunehmen, haben gegen die Überzahl der Gegner letztendlich aber keine Chance. Während der Entdecker des Phänomens, Ernest Hubbs (Nigel Davenport), stirbt, wird sein Kollege James Lesko (Michael Murphy) zusammen mit einer vorher geretteten jungen Frau (Lynne Frederick) von den Ameisen unterjocht, um vielleicht eine neue Rasse unter der Herrschaft der Ameisen zu gründen. Neben der angenehm wenig reißerischen Inszenierung bleiben vor allem die fantastischen Insektenaufnahmen von Ken Middleham (Die Hellstrom-Chronik,Feuerkäfer) in Erinnerung.

Im Jahr 1964 war Saul Bass Teilnehmer der documenta III in Kassel. 1969 wurde er mit dem Oscar für den animierten Dokumentarfilm Why man creates als bester Dokumentar-Kurzfilm ausgezeichnet. 1978 wurde er in die New York Art Directors Hall of Fame aufgenommen und 1988 mit dem Lifetime Achievement Award des Art Directors Club Los Angeles für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Filmtitel und Trailer von Bass in den 1960er Jahren gelten als ebenso stilprägend wie die Vorspänne des Titeldesigners Maurice Binder in den früheren James-Bond-Filmen.

Eine besondere Beziehung hatte Bass zu Alfred Hitchcock. Für ihn entwarf er nicht nur viele Filmtitel und Plakate, sondern wirkte überdies bei seinen Filmen mit. Zu Bass Mitarbeit an der legendären Duschszene in Psycho gab es im Nachherein Kontroversen, sein Mitwirken ist inzwischen durch Storyboards und Skizzen belegt worden.

Am Ende von Bass’ Karriere entstand eine kurze, aber fruchtbare Zusammenarbeit mit Martin Scorsese, der 1991 für Kap der Angst (Cape Fear), ein Remake des Thrillers Ein Köder für die Bestie von 1962, nicht nur die damalige Filmkomposition nutzte, sondern auch optisch etwas Entsprechendes suchte – und mit Bass fand. Bass gestaltete noch kurz vor seinem Tode gemeinsam mit seiner Frau Elaine den vielbeachteten Vorspann zu Scorseses Casino von 1995.

Weitere Informationen:

Saul Bass Wiki (wikipedia)

Saul Bass – bekannt für Psycho und Vertico Vorspann (simonrueger.de)

Saul Bass – Video Google Doodle zum 93. Geburtstag (oceparx.de)

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