Maurice Sendak Doodle zum 85. Geburtstag 1

Am heutigen Montag dem 10. Juni 2013 überrascht die Suchmaschine Google seine Nutzer wieder mit einem super animierten Video Doodle auf seiner Startseite. Diesmal wird der am 08. Mai 2012 verstorbene US-amerikanische Illustrator, Kinderbuchautor und Bühnenmaler Maurice Sendak zu seinem 85. Geburtstag geehrt.

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Maurice Bernard Sendak, wie er mit vollständigen namen hieß, wurde am 10. Juni 1928 in New York als jüngstes von drei Kindern einer Familie polnisch-jüdischer Einwanderern geboren. Seine Mutter war Sadie Sendak, geborene Schindler, sein Vater Philip Sendak; dieser stammte aus der polnischen Kleinstadt Zambrów nahe Białystok. Sendak sr. lernte Sadie Schindler, Tochter einesRabbiners und ebenfalls immigriert, in den USA kennen. Sie war ohne Schulausbildung und sollte in den USA Geld verdienen und später ihre Eltern nachholen. Philip Sendak begann als Schneider zunächst in Ost-New York und dann im jüdischen Viertel von Brooklyn zu arbeiten.

Von frühester Kindheit an wollte Maurice Sendak Buchillustrator werden. Als ein schwächliches und kränkelndes Kind blieb er oft zu Hause, seine Schwester brachte ihm daher Abenteuerbücher von der Bibliothek mit. Schon als Sechsjähriger zeichnete er mit seinem fünf Jahre älteren Bruder Jack sein erstes Kinderbuch. Im Alter von zwölf Jahren entschied er sich, Zeichner zu werden, nachdem er den Zeichentrickfilm Fantasia (1940) der Walt Disney Studios gesehen hatte. Den Schulunterricht hasste er. Noch auf der Lafayette Highschool illustrierte er Bücher.

Nach dem Schulabschluss wurde er Dekorateur bei FAO Schwarz, dem größten Spielzeugladen New Yorks auf der 5th Avenue. Dort las er die Kinderbücher und lernte vor allem die klassischen Illustrationen der britischen Zeichner George Cruikshank undRandolph Caldecott schätzen. Im Abendstudium besuchte er die Art Students League of New York. Die Kinderbuchlektorin des Verlages Harper and Brothers, Ursula Nordstrom,entdeckte 1950 Sendak und förderte ihn. Die Kinderbuchautorin Ruth Krauss sowie ihr Ehemann Crockett Johnson gaben ihm wertvolle Hinweise. In den 1950er und 60er Jahren stießen seine Illustrationen auf den Widerstand von Lektoren, Kritikern und Bibliothekaren. Seine Zeichentechnik, Schatten und Räume mit gekreuzten Linien zu skizzieren, war ihnen „zu europäisch“, was Sendak als „zu hässlich“ interpretiert.Auch an seinem Realismus und der Gewalttätigkeit in seinen Geschichten wurde Anstoß genommen. Erst allmählich setzte sich die Erkenntnis und damit auch die Anerkennung durch, dass das Gewaltsame kein Selbstzweck war, sondern in psychoanalytischem Sinne als Angebot zur Bewältigung und Stärkung der Kinder eingesetzt wurde. Beispielhaft und stilbildend umgesetzt wurde dieses Konzept von ihm im Kinderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“(Where The Wild Things Are), damit gelang ihm 1963 der Durchbruch auch auf internationaler Ebene. Für Sendak selbst blieb die Hauptperson dieses Buches, der tagträumende Max, seine „liebste Schöpfung“.Im Jahr 2009 kam nach jahrelangen Verzögerungen die Verfilmung des Buches in die Kinos.

Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Time nannte ihn 1964 den „Picasso der Kinder“.Sein zuletzt erschienenes Buch Brundibar ist eine Adaption der gleichnamigenKinderoper, die von 1943 bis 1944 im KZ Theresienstadt von Kindern aufgeführt wurde und ihnen Trost spenden sollte. Zu Sendaks Freunden zählen unter anderem der SchriftstellerTony Kushner und der Graphiker Tomi Ungerer. Neben seinen Illustrationen für Kinderbücher arbeitete Sendak auch an Bühnenbildern für Opernproduktionen.

Sendak, dessen Kinderlosigkeit und enge Beziehung zu seinen Hunden schon lange Thema in Interviews und Artikeln war, erwähnte erstmals 2008, dass er schwul sei, und bis zu dessen Tod 2007 50 Jahre lang mit dem Psychoanalytiker Eugene Glynn (1926–2007) zusammengelebt hatte. Seinen Eltern habe er dies nie mitgeteilt: „All I wanted was to be straight so my parents could be happy. They never, never, never knew.“ Auch hätte ein Coming Out der Karriere eines Kinderbuchautors in den 1950er und 1960er Jahren geschadet.Tony Kushner hatte Sendaks Beziehung zu Glynn schon 2003 in einem Zeitungsbeitrag im Guardian erwähnt.

Maurice Sendak starb am 8. Mai 2012 in Danbury, Connecticut im Alter von 83 Jahren an Komplikationen nach einem Schlaganfall.

Weitere Informationen über Maurice Sendak und seine Werke findet ihr auch hier auf Wikipedia.

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